Montag, 10. Dezember 2012

Beobachtungen aus der Unterwelt.

Berlin ist voller halbseidener Geschäftsmodelle.

Da wären die Automatenspielhöllen, die 23 Stunden am Tag enorme Ausschüttungsquoten(!) versprechen, ♥ Thai-Massage-Salons , in denen oft mehr als nur der Schulter-/Nackenbereich gelockert wird und Spätkaufkioske mit schummerigen Hinterzimmern.

Genau so einer befindet sich bei mir in der Nähe. Ich kaufe dort ab und zu einen Schokoriegel oder eine Apfelschorle. Jedes Mal, wenn ich den Laden betrete, ist erstmal niemand zu sehen. Nach ein paar Sekunden schaut ein Mann durch einen schweren Vorhang in den Verkaufsraum und kommt rein. Er lächelt freundlich und empfängt mich mit einem herzlichen "Schönen Guten Tag! Was darf es denn für Sie sein?". Nicht.

Stattdessen:

- "Bitte."
- "Hallo, ich hätte gerne eine Apfelschorle."
- "1,50 €."

Ich lege mein Geld auf den Verkaufstresen und höre aus dem Hinterzimmer hinter dem Vorhang eine laute Stimme:
- "Ey, willst du misch verarschen oda was? Isch lass misch von dir nisch über den Tisch ziehn, Altaaa. Bring mir mein Geld!" Vollbild anzeigen

Auf einmal kommt ein Typ, der hektisch aus einem weißen Lieferwagen gesprungen ist, in den Laden. Er verschwindet wortlos hinter dem Vorhang.

Ich packe meine Apfelschorle ein und überlege, ob es in der Nähe vielleicht noch einen anderen Späti-Kiosk gibt, bei dem ich künftig vertrauensvoll meine Schokoriegel und Getränke erwerben kann.

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1 Kommentar:

  1. Am schönsten ist es, wenn noch ein genervter Blick dazwischen hängt, und wenn Frau sich mal nicht gleich entscheiden kann, noch ein Fußgestampfe das ganze unterstreicht.
    Da fragt man sich ernsthaft, ob diese zwielichtigen Geschäfte überhaupt Geld verdienen möchten, oder nur ihr Hinterzimmer zur verfügung (wahrscheinlich für die eigene Familie) stellen wollen...

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